C u s a n u s - Oper

Material

 

Die Materialsammlung enthält:

  1. Cogitavi invenire
    • Gesang und Klavier
      Lászió Lukács (Gesang)
    • Klavierauszug
    • Partitur
    • Textauszug
  2. Fortuna potest
    • Gesang und Klavier
      Evelyn Czesla (Gesang)
    • Klavierauszug
    • Partitur
    • Textauszug
  3. Der Rhein
    • Gesang und Klavier
      Evelyn Czesla (Gesang)
    • Klavierauszug
    • Partitur
    • Textauszug

Franz Brochhagen (Flügel)

Die vollständigen Materialien finden Sie auf der Datensammlung, die Sie hier für den Unterricht bestellen können:
    Bestellung

 

    zurück zur Materialauswahl

 
 

Gedanken zu einer möglichen Annäherung an die Musik von Boudewijn Buckinx im Oberstufenunterricht Musik

Franz Twickler, Saerbeck

Vorbemerkung:

Natürlich erscheint es nahezu abenteuerlich, im Vorfeld der Uraufführung eines solchermaßen ambitionierten Werkes ohne Kenntnis der Gesamtkomposition in kürzester Zeit aufgrund einiger Text- und Notenauszüge Zugangswege zur vielschichtigen Musik von B. Buckinx aufzeigen zu wollen. Wenn hier dennoch ein vorsichtiger Versuch unternommen wird, so geschieht das in der wohl vertretbaren Absicht, einige Beobachtungen zur Diskussion zu stellen.

I

Führen die überzeitlichen Auswirkungen vieler Gedanken des Cusanus zu einer Art überzeitlicher Musik, die verschiedene Elemente der Tradition in einem neuen Zusammenhäng bündelt? Dafür sprächen die folgenden Tatbestände:

II

Was kann es bedeuten, wenn der hörbare, oft einfache Klang in den verschiedenen Stimmen der Musik immer wieder in # - und b – Notation gleichzeitig (oft etwas verwirrend) dargestellt wird (NB 1)?

NB 1 („Rhein“ T 132 f)

Spiegeln sich hier die verschiedenen Seite der einen Medaille, geht es um den einen Klang (Gott, Religion), der sich in verschiedenen Weisen (Vielfalt der Riten) darstellen lässt?

„Muss man in der Musik alles hören können?“ wäre hier die interessante Leitfrage einer Unterrichtsreihe, die manche Erscheinungen der barocken Figurenlehre ebenso integrieren könnte wie zahlensymbolisches Komponieren (Bach, Bergs Violinkonzert etc.) oder auch die verborgenen Ordnungen im angeblichen (weil so gehörten) Chaos serieller Werke (etwa: „Structures“ von P. Boulez).

Seitenanfang

III

Könnte es irgendwie berechtigt sein, im Beginn des „Fortuna potest“ eine Charakterisierung des Mädchens zu erkennen? (NB 2)

NB 2 ("Fortuna potest")

Der melodische Verlauf der Gesangstimme erinnert ein wenig an die barocke Figur der Paronomasia (Wiederholung eines Melodieteils mit Steigerung durch Erweiterung). Reflektiert hier die zweifache Ausdrucksteigerung (wachsende Länge, größer werdender Intervallrahmen) gleichsam die wachsende Erkenntnis des Mädchens (sie ist ja auch die Liebende) als einer zentralen Figur der Oper?

Seitenanfang

IV

„Bewegung ist Ruhe – Ruhe ist Bewegung“ - könnten die folgenden Werkauszüge diese Gleichzeitigkeit des Gegensätzlichen und sich angeblich gegenseitig Ausschließenden widerspiegeln?

NB 3 („Rhein“, T 142 f)

Textebene: „Unruhe“ / Musikebene: Ruhe (lange Notenwerte, fallende Melodik, decrescendo)

NB 4 („Rhein“, T 144 f)

Textebene „Klarheit“ / Musikebene: Unklarheit (simultane Verschränkung von E- und F-dur, übermäßige Dreiklänge)

„Musik als Widerspruch“ könnte der Titel einer Unterrichtsreihe lauten, die den „Rhein“-ausschnitt thematisiert wie auch ähnliche Verfahren des Komponierens etwa in Mozarts „Zauberflöte“ („Bewahret euch vor Weibertücken“…), der Dreigroschenoper oder in der Filmmusik.

Seitenanfang

V

Zugänge mit exemplarischem Charakter bieten die Cusanus – Szenen auf jeden Fall dort, wo sich die Musik im Sinne der Textparaphrase verhält. Hier können die gleichen unterrichtlichen Erkenntnisse gewonnen werden, die ansonsten aus einem eng umrissenen Opernrepertoire, aus Klavierliedern oder aus programmmusikalischen Werken bezogen würden.

So etwa musikalische Darstellungen

© 2007  August Herbst &  Institut für Cusanus-Forschung, Trier